Der Fall Künsting


Wie fühlt es sich an, sein ganzes Erspartes zu verlieren?

Radio Hochstift hat mit zwei Geschädigten gesprochen.

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Die Geschichte wird immer größer

Sagt auch der Paderborner Anwalt Michael Gelhard aus Paderborn. Je mehr er recherchiert, desto mehr findet er...

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Bundesamt für Justiz schaltete sich ein

Radio Hochstift-Recherchen haben ergeben, dass das Bundesamt für Justiz seit 2006 mindestens 17 Ordnungsgeldverfahren gegen die Künsting AG und die Safeguard GmbH geführt hat. Vermutlich belaufen sich die Ordnungsgelder insgesamt mindestens auf einen hohen fünfstelligen Betrag. Hintergrund ist, dass die Unternehmen bestimmte Geschäftszahlen zu spät oder gar nicht veröffentlicht haben. Dazu sind Kapitalgesellschaften verpflichtet. Nicht vorliegende Bilanzen hatten die Künsting-Unternehmen laut Radio Hochstift-Informationen immer wieder als Begründung gegenüber Anlegern genannt, warum deren Gelder nicht ausgezahlt werden können.


Warum hat die Staatsanwaltschaft nicht früher reagiert?

Die Bielefelder Anwältin Iris Ober erhebt schwere Vorwürfe gegen die Paderborner Staatsanwaltschaft. Sie meint, die Ermittlungen gegen den Unternehmer Edgar Künsting hätten schon viel früher aufgenommen werden müssen. Iris Ober weiß von zwei Strafanzeigen, die schon vor Jahren gegen Edgar Künsting vorgelegen haben sollen, und sie meint, es hätte vor sehr langer Zeit Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben. Die Paderborner Staatsanwaltschaft ermittelt ja aktuell gegen ihn wegen Insolvenzverschleppung und Bankrotthandlungen. Hunderte Anleger haben ihr Geld in seine jetzt insolventen Investment-Firmen gesteckt. Iris Ober meint: Wenn die Staatsanwaltschaft früher ermittelt hätte, hätten viele Menschen vor ihrem wahrscheinlichen Totalverlust bewahrt werden können. Auf Radio Hochstift-Anfrage sagte die Juristin: Es sei extrem bitter, dass der Fall erst jetzt untersucht würde, aber solche Wirtschaftsstrafsachen seien eben sehr aufwendig.

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Unternehmen sei ein "Klotz am Bein"

Mehrere ehemalige Mitarbeiter der Künsting-Firmen haben gegenüber Radio Hochstift schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Chef erhoben. Demnach wurden nicht nur Gehälter zu spät oder gar nicht bezahlt. Die Insolvenz der Künsting AG sei wegen ständiger Mahnschreiben absehbar gewesen, er selbst habe das Unternehmen als „Klotz am Bein“ bezeichnet. Darüber hinaus soll Künsting Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt und die Geschäftslage schön geredet haben. Außerdem liegen Radio Hochstift Unterlagen vor, die darauf hindeuten, dass weiter Verträge innerhalb der Künsting-Gruppe von einem Unternehmen auf andere übertragen werden, ohne dass die Anleger konkret über die Hintergründe informiert werden.


Erste Gläubigerversammlung zeigt: Geschädigte sehen ihr Geld nie wieder

Nach der ersten Gläubigerversammlung gab es einen Bericht des Insolvenzverwalters, der trübe Aussichten gibt: Viele Geschädigte bleiben wohl oder übel auf ihrem Geld sitzen und dabei geht es um Millionen. Außerdem zeigt sich: Es gab schon länger Zahlungsschwierigkeiten und seit 2016 liefen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Außerdem wurden innerhalb des Firmengeflechts Gelder umgeschichtet, was es selbst dem Insolvenzverwalter schwierig macht durchzublicken.

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