Responsive image

on air: 

deinfm
---
---

Du bist, was du isst

Zuckerfrei, Intervallfasten, Trennkost - wir könnten jetzt wahrscheinlich noch 300 Zeilen weitermachen. Und: Wenn 20 Leute zusammenkommen, gibt es auch 20 Meinungen, wie man sich am besten ernähren sollte.

Grundsätzlich ist Essen etwas sehr Persönliches und jeder muss da einen Weg finden, wie er sich wohlfühlt. - Rhea Dankers, Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Paderborn

Wir haben uns mal gedacht: Wir gucken uns das jetzt mal an und wir haben eine Paderborner Expertin, welcher Regeln vielleicht auch Quatsch sind.

Wir wussten vorher schon: Dieses Thema wird für Diskussionen sorgen. Denn: Um das Thema Ernährung ranken sich wahrscheinlich mehr Mythen als um die Fortführung der Star Wars-Saga.

Und das ist auch der Grund warum wir ein bisschen Licht ins Dunkel bringen möchten - mit Hilfe einer Paderborner Expertin. Die heißt Rhea Dankers, ist Ernährungswissenschaftlerin an der Uni Paderborn und klärt mit ein paar Mythen auf:


„Kohlenhydrate machen dick!“

Kohlenhydrate machen definitiv nicht dick. Ausschlaggebend ist die Energiebilanz, also wie viel nehmen wir auf und wie viel verbrauchen wir? Und am Ende kommt dann eben immer ein Plus oder ein Minus dabei heraus. Und hier ist ganz besonders auf die Qualität der Kohlenhydrate zu achten - also Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte zu verzehren.

„Wer nach 18 Uhr isst, der nimmt schneller zu.“

Grundsätzlich nein. Auch hier ist wieder die Energiebilanz ausschlaggebend, aber ein Stück weit ist da auch schon etwas dran. Am Ende eines Tages wird unsere Bauchspeicheldrüse "nachlässiger". Das heißt, man sollte schon darauf achten, dass man nicht zu spät noch zu viel isst. Aber es gibt keine harte Grenze, dass man sagt: Nach 18 Uhr wird man dick.

„Diäten bringen nichts, danach wiegt man noch mehr als vorher.“

Ja, also wir trainieren unseren Körper dann auf einen reduzierten Stoffwechsel, sage ich mal. Er gewöhnt sich daran: Oh, ich muss jetzt Energie einsparen, ich bekomm ja nicht mehr so viel. Und wenn er dann danach wieder mehr bekommt, dann geht das wieder in die andere Richtung, weil er ja daran gewöhnt ist zu sparen und gleichzeitig aber viel Energie bekommt.


Essen ist zum Lifestyle geworden, spätestens seitdem mal jemand eine Schüssel mit Haferbrei auf Instagram gepostet hat, auf dem akkurat eine Reihe Blaubeeren, vier schräg angeschnittene Scheibchen Erdbeeren im Fächer und eine Reihe Bananenscheiben liegen. Und Chiasamen oben drauf natürlich.

#healthyfood

Nein, im Ernst: Egal, was ihr macht, welche Art von Ernährungsform ihr wählt: Wichtig ist, dass ihr euch damit wohlfühlt. Oder esst einfach ganz intuitiv. Was wir jedenfalls in der Recherche zu diesem Thementag gelernt haben: Eigentlich ist es gar nicht so schwer, sich gut zu ernähren: Regional, saisonal, Obst, Gemüse. Damit macht man schon vieles richtig. Eigentlich keine schwarze Kunst.

„Essenziell Gutes entsteht in der Gemeinschaft, in der wir die verloren gegangene Nähe zwischen Land, Lebensmitteln, Produktion, Gastronomie und zueinander wiederherstellen. Mit Ehrlichkeit, Wertschätzung, Empathie, Bescheidenheit und Handwerk.“ So stehts im „Manifest für eine neue Esskultur“ des Vereins "die Gemeinschaft". Auch zu empfehlen: Die Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Da gibt’s nämlich jede Menge Tipps und Faustregeln rund um das Thema Ernährung.