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Kommunalwahl-2020-HO

Kommunalwahlen 2020

Am 13. September ist es soweit. Da wählen wir bei den Kommunalwahlen die Kreistage, den Landrat, Ratsmitglieder und Bürgermeister für alle Kommunen bei uns im Hochstift. Wie läuft das? Wer tritt eigentlich an? Wie geht eigentlich Lokalpolitik? Und was bewegt junge Leute dazu, in die Lokalpolitik einzusteigen? Das sind Fragen, die wir uns vorab gestellt haben. Wir haben exemplarisch mit ein paar Kandidaten gesprochen und nach ihren Beweggründen für ihren Einsatz gefragt. Ihre Antworten findet ihr hier. 
 

Zu den Wahlergebnissen klickt unten auf euren Landkreis!

 

Abschied nach 21 Jahren Bürgermeisteramt - weinendes oder lachendes Auge, Herr Wessels?

Wer über 20 Jahre Bürgermeister einer kleinen, familiären Gemeinde war, der hängt auch mit dem Herz dran. Bei Hans-Jürgen Wessels aus Altenbeken ist das so. Er ist stolz auf Erreichtes, das können große und kleine Dinge sein. Was ihn glücklich, aber auch traurig macht, hat er uns erzählt.


Da sind "zu wenig Mädels am Start", oder Ricarda Witte?

Jana Reineke, Nadine Dubberke, Elke Süsselbeck. Bei der Wahl dieses Jahr treten in den Städten und Gemeinden im Hochstift immerhin ein paar Frauen für den Posten als Bürgermeisterin an. Aber es sind leider deutlich zu wenige. Denn: alle männlichen Kandidaten hier aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Ricarda Witte will dieses Jahr zum ersten Mal für die CDU in den Bad Lippspringer Stadtrat einziehen.

Ich fühle mich als Frau zwischen den Männern in der Politik ganz wohl. Ich denke, dass meine Meinung da genauso zählt wie die der Männer. Wir diskutieren alle auf einer Ebene. Es gibt halt unterschiedliche Altersstrukturen. Es gibt jüngere Mitglieder, es gibt ältere Mitglieder in der Fraktion. Ich denke, das ist ein gut gemischter Haufen und da spielt das Geschlecht eigentlich keine Rolle.

Ob das Frauenrechtskämpferinnen auch immer so sehen, steht auf einem anderen Stern. Ricarda Witte ist 31 und engagiert sich mittlerweile seit sieben Jahren in der Lippspringer Politik. Sie sagt, die drei bis vier Abende im Monat, die für die Ratssitzungen drauf gehen, sind kein Problem.

Ich denke, das ist gut investierte Zeit. Man sitzt an der Quelle und bekommt Informationen, die man als normaler Bürger nicht unbedingt bekommt. Man entscheidet Dinge mit, die die eigene Stadt betreffen. Und es ist auch irgendwie schön, daran mitzuwirken, was auch die Zukunft unserer Stadt betrifft.

Ricarda Witte sagt aber auch – sie ist in ihrem Job da, wo sie immer hin wollte, sie hat noch keine Kinder, um die sie sich kümmern müsste – jetzt hat sie Zeit, um in der Politik mitzuwirken. Aber mal ganz ehrlich: Wer mitbestimmen will und dem das zu viel Aufwand ist, kann natürlich auch eine Nummer kleiner anfangen. Sieben Jahre in der Jungen Union in Bad Lippspringe, fast genauso lange im Vorstand, drei Jahre als erste Vorsitzende der Jungen Union im Stadtverband und zwei Jahre als sachkündige Bürgerin in einem Ausschuss des Lippspringer Stadtrats – das ist ganz schön viel politische Karriere für eine Frau, die gerade 31 ist. Aber Ricarda Witte sagt, das reicht mir noch nicht!

Vor allem als sachkundige Bürgerin in den letzten zwei Jahren hab ich gemerkt, dass mir das echt Spaß macht, mich politisch zu engagieren. Natürlich auch mit dem Rückhalt aus der Fraktion, wo die Fraktionskollegen natürlich auch auf mich zugekommen sind und gefragt haben, ob ich nicht Lust habe, mehr zu machen.

Am 13. September steht Ricarda Witte auf dem Stimmzettel für den Bad Lippspringer Stadtrat. Dass die meisten anderen, mit denen sie auf dem Posten in der CDU- aber auch in den anderen Fraktionen zu tun hat, älter und vor allem Männer sind, ist für Ricarda Witte gar kein Problem. Sie kommt damit klar, weil es ihr einfach egal ist!

Ich selber war noch nie in einer Situation, in der man mich nicht ernst nimmt. Ich glaube, das liegt an meinem Auftreten. Ich würd sagen, dass ich selbstbewusst bin und meine Meinung vertrete und dazu stehe und natürlich Diskussionen offen gegenüber bin. Ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren, wenn ich nicht richtig liege.

Solange es kein Mansplaining ist, ist ja gut. Aktuell ist etwa ein Drittel der CDU-Ratsfraktion in Bad Lippspringe weiblich, das soll sich mit der Kandidatur von Ricarda Witte ändern. Sie sagt aber auch:

Ich finde schon, dass man merkt, dass mittlerweile auch mehr Frauen in die Politik gehen. Jedoch sind da meiner Meinung nach noch viel zu wenig Mädels am Start.

So nämlich! Mädels macht euch stark für eure Interessen.


Bis zu 25 Wochenstunden für's Ehrenamt Lokalpolitik - das schlaucht, oder Alexander Jacobs?

Es ist das Thema in dieser Woche hier bei Radio Hochstift: Warum engagieren sich junge Leute in der Kommunalpolitik? Alexander Jacobs ist 42 – gehört also nicht mehr zu den Allerjüngsten – aber: Schon seit 1997 ist er in der Paderborner CDU organisiert, seit 2014 sitzt er im Rat. Er sagt selbst:

Es gibt definitiv diejenigen, die sagen: Das versteh ich gar nicht, dass du das machst. Warum denn Politik? Aber das wird es auch bei dem einen oder anderen geben, der sagt: Ey, warum engagierst du dich im Schützenverein? Politik ist etwas, das tatsächlich so ein bisschen spaltet. Die einen interessieren sich sehr stark. Finden es auch gut, dass ich's mache. Andere finden das ganz doof. Und verstehen das nicht und würden das selber auch nicht tun.

12 bis 16 Stunden pro Woche investiert Jacobs in das Ehrenamt Kommunalpolitik. Wir haben das Gefühl, dass wir das noch einmal betonen müssen, weil viele es gar nicht wissen: Bis zu 16 Stunden pro Woche - für ein Ehrenamt! In Spitzenzeiten sind es sogar bis zu 25 Wochenstunden.

Es wird immer kurz vor Weihnachten ganz eng. Da wird meistens der Haushalt für das nächste Jahr verabschiedet. Das ist eine extrem intensive Zeit, da hat man keinen Tag ohne stundenlang Politik abends. Und dann auch teilweise in die Nacht. Und da denkt man manchmal: Gut, wenn bald Weihnachten ist.

Insgesamt sagt Jacobs aber: Es macht „irre viel Spaß“. Er wünscht sich, dass sich mehr junge Leute ehrenamtlich engagieren – das muss auch gar nicht die Arbeit in der Politik sein. Er versteht Teenager, die sagen: Lass mich mit Politik in Ruhe. Zum Beispiel, seine 16-jährige Tochter:

Für sie war das so ein Aha-Erlebnis vor sechs Jahren als das erste Mal ein Wahlplakat von mir an einer Laterne hing. Dann bekam ich direkt einen Anruf: "Papa, Papa, ich hab' dich gerade auf einem Plakat gesehen!" Da war sie ganz stolz. Und ich fand das auch ganz klasse. Tatsächlich für die Themen interessiert sie sich aber gar nicht.

Übrigens: Auf eines hat Alexander Jacobs nach eigener Aussage immer geachtet: Freundschaften dürfen nicht an der zeitintensiven Arbeit in der Politik zerbrechen. Bis heute funktioniert’s.

Warum tun die sich das an? Diese Frage wollen wir diese Woche ja bei Radio Hochstift beantworten. Der mittlerweile 42-Jährige Alexander Jacobs ist seit 23 Jahren in der Paderborner CDU organisiert. Hauptberuflich ist Alexander Jacobs selbständig – als Handelsvertreter für die Schwäbisch Hall. Das hat einen Vorteil: Er kann sich seine Tage ganz gut selbst planen. Das heißt aber auch: Oft kommt er spätabends, nach Ausschuss- oder Ratssitzungen nach Hause und arbeitet dann noch in seinem eigentlichen Job weiter. Und: Kommunalpolitiker zu sein bedeutet nicht nur, bei millionenschweren Projekten mitentscheiden zu dürfen.

Was viele nicht wissen: Wenn man halt der Vertreter in einem Wahlkreis ist, hat man zum Beispiel auch Geburtstagsbesuche. Also es gibt runde Geburtstage seit einigen Jahren, wo wir dann zu 90. oder 100. Geburtstagen gratulieren.


Die machen doch eh nix! Alle faul – dieses Politiker-Pack! Ja, diese Klischees halten sich hartnäckig. Fakt ist: Wer den Job ernst nimmt, hat offensichtlich eine Menge zu tun.

Das kann schon mal vier bis sechs Stunden am Tag in Anspruch nehmen. Dann wird es auch wirklich spät bis in die Nacht. Wo man E-Mails schreibt, seine Reden vorbereitet oder Vorlagen liest. Aber es gibt auch die Ferienzeit, wo es weniger ist, wo man auch mal drei, vier, fünf Tage gar keine Politik macht. Die Konsequenz ist, dass ich in meinem Beruf häufig abends nach der Politik noch weiterarbeite. Was sich viele nicht vorstellen können, aber das ist wirklich häufig so, dass ich dann 20 Uhr aus einer Sitzung herauskomme und gehen zu Hause wieder ins Büro und mache noch E-Mails, Sachbearbeitung etc. aus meinem Job heraus.  Es darf nie so sein, dass die Politik als Ehrenamt dazu führt, dass mein Job darunter leidet. Oder meine Freundes-Clique, mit der ich mich jeden Donnerstagabend zum Kneipenquiz treffe. Das ist ein fester Termin. Ich werde nervös, wenn ich donnerstags im Bauausschuss um 20:30 Uhr noch sitze und um 21:00 Uhr geht das Quiz los. (lacht)

 


Jung, Frau und zugezogen: Frau Dubberke lernt "wie es hier läuft".

Die Bayrische Stadt Lichtenberg hält einen Rekord. Nämlich die des jüngsten Bürgermeisters – der ist gerade mal 19. Dagegen ist Nadine Dubberke gar nichts, sie ist 25 und will Bürgermeisterin in Bad Wünnenberg werden. Im Verhältnis zu ihren Mitbewerbern ist sie allerdings sehr jung und dazu auch noch eine Frau. Ihre Pläne sind aber riesig:

Ich hab jetzt eine Bachelorarbeit über Greta Thunberg (Klimaschutzaktivistin) und Rackete (Carola Rackete, Kapitänin u.a. der Sea-Watch 3 und Klimaschutzaktivistin) geschrieben, ob es eine neue Weiblichkeit geben könnte oder ob sie das sogar vertreten. Und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass sie Rolemodels (Vorbilder) für viele junge Menschen sind. Nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Und so ein Rolemodel möchte ich auch sein.

Nadine Dubberke ist aber nicht nur weiblich und jung, sondern ist auch noch zugezogen und Kandidatin der Grünen. (Uiuiuiui!) Die Partei gab es vor wenigen Monaten noch nicht mal in Bad Wünnenberg. Für sie war das aber ein Sprungbrett in die Lokalpolitik.

Irgendwann saßen wir da und dann wurde gefragt: Wer möchte denn jetzt hier kandidieren, wer macht das denn jetzt? Und dann dachte ich: Ja, mach ich. Warum denn nicht? Ich hab hier genauso hart dran mitgearbeitet, an dem Programm. Warum sollte ich jetzt, nur weil ich erst 25 Jahre alt bin, das nicht genauso gut ausführen können wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten. Und deshalb hab ich mich gemeldet und gesagt: Ich mach das jetzt.

In Bad Wünnenberg bekommt sie für diese Entscheidung nicht nur Applaus. Aber ihr Standpunkt ist klar:

Ja, ich komme nicht von hier. Aber doch: Ich glaube, wir können alle zusammenwachsen. Und ja, doch: Ich glaube, wir brauchen junge, dynamische Frauen jetzt mal mit auf den Plakaten.

Die sind in Bad Wünnenberg im Moment eher unterrepräsentiert. Mal zum Vergleich: Nadine Dubberke könnte locker die Tochter des aktuellen Bad Wünnenberger Bürgermeisters Christoph Rüther sein. Fotoshooting für die Wahlplakate, etliche Formulare ausfüllen, Wahlveranstaltungen besuchen und möglichst präsent sein – das Leben eines Politikers kann äußerst stressig sein. Und trotzdem möchte Dubberke mitgestalten:

Ich hab vor drei Jahren mit der Seebrücke Paderborn angefangen. Jetzt hab ich mich viel für die Black Lives Matter-Demonstrationen eingesetzt. Und jetzt kam ich irgendwann auf die Idee: Ja gut, ich bin jetzt viel auf der Straße, ich mobilisiere, aber ich hätte natürlich auch gerne konkrete Veränderungen auf noch höherer Ebene.

Nadine Dubberke wohnt in Bad Wünnenberg-Fürstenberg und der Ortsverband dort kommt … naja, sagen wir mal unterschiedlich gut an.

Ich hab die allererste Demonstration nach Fürstenberg geholt. Die Fridays For Future-Demonstration gab es dann dort. Und ich habe dann auch ganz eifrig Flyer verteilt und Plakate angebracht. Da gab es Zuspruch, aber es gab auch eine ältere Dame, die zu mir gesagt hat: "So etwas wie Sie und wie die Grünen, das brauchen wir hier einfach nicht." Im Supermarkt hat mich ein Mann angetippt und gesagt: "Sie sind so jung und wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie mich gerne anrufen und dann unterstütze ich Sie mal." (Dubberke lächelt) Und dann habe ich gesagt: "Sie müssen mich nicht unterstützen. Sie können mich aber wählen, das wäre mich ganz wichtig." (Lacht) Eine andere ältere Dame hat mich angetippt und mir dann nochmal erklärt, wie das hier läuft: Man kennt sich halt und man wählt nur nach "kennen" und nach nichts anderem. Mir wurde auch offen gesagt von einer etwa 16-Jährigen. Die sagte: " Ich kann mich nicht zur FFF-Demonstration stellen oder auch nicht zu dir oder das nicht offen sagen. Ich hab einfach Angst ausgegrenzt zu werden." So eine zugezogene Frau mit Ideen wie Gleichstellung von Homosexuellen und Transleuten in Bad Wünnenberg voranzubringen, ist vielleicht erstmal ein Schock. Aber ich glaube, es gibt da auch Zugezogene, die sagen: "Ich hab hier eigentlich mit der Dorfgemeinschaft nicht viel zu tun. Ich möchte einfach mal neue Ideen haben, einen frischen Wind." Und das sind dann vielleicht meine potenziellen WählerInnen. Und genauso die Erstwähler, die es vielleicht interessant finden, mal eine sehr junge Kandidatin dort zu haben.

Trotzdem hat sich Nadine Dubberke dazu entschieden, in Bad Wünnenberg eine Karriere in der Politik einzuschlagen. Problem:

Alle meine Mitbewerber sind halt männlich. Älter und sehr lange schon eingebunden dort in dieses Dorfgeschehen.

 


Früh in die Politik: "Warum tust du dir das an", Marcel Franzmann?

Bei der Kommunalwahl bewerben sich diesmal viele junge Kandidaten – und einige davon stellt euch Radio Hochstift diese Woche vor. Zum Beispiel Marcel Franzmann aus Borgentreich-Bühne. Der 37-Jährige ist stellvertretender Vorsitzender der SPD im Kreis Höxter. Er bewirbt sich für den Stadtrat und den Kreistag. Politik macht er schon seit elf Jahren.

Ich wollte nicht nur am Spielfeldrand stehen und einfach nur zugucken. Mich haben gewisse Dinge aufgeregt. Und dann habe ich gesagt: "Ok, es ist einfach zu meckern." Besser ist es, sich selbst zu beteiligen und Verbesserung von innen zu bewegen.

Als Franzmann erstmals in die Politik ging, gab es einige Reaktionen wie „Warum tust du dir das an?“. Die meisten Bekannten finden es aber gut, dass sich der Sozialdemokrat engagiert. Dabei ist das politische Geschäft laut Franzmann in den letzten Jahren schwieriger geworden. Auch üble Anfeindungen seien keine Seltenheit.

Man hat das schon am eigenen Leib erfahren, dass irgendwelche Drohnachrichten kamen oder auch Plakate beschmiert und abgerissen worden sind. Wir haben es mit einem Kampf gegen den Rechtspopulismus zu tun und da sind alle demokratischen Parteien gefragt, zusammenzustehen und geschlossen zu agieren.

Der Kreis Höxter gilt seit Jahrzehnten als CDU-Hochburg – fast in allen Städten geben die Schwarzen den Ton an. Für einen jungen Sozialdemokraten kann es da schonmal zur Herausforderung werden, sich im Rat mit einem Vorschlag durchzusetzen.

Man muss dicke Bretter bohren im Kreis Höxter. Zum Beispiel wenn viele Anträge, die wir gestellt haben dann abgeschmettert werden und ein halbes Jahr später von der CDU hervorgeholt werden und als eigener Antrag verkauft werden. Also von daher können die Anregungen, die wir haben nicht ganz verkehrt sein.

Die SPD im Kreis Höxter hat sich vor der Kommunalwahl übrigens auch insgesamt jünger und weiblicher aufgestellt. Das kam nicht überall in der Partei gut an. Manchen altgediente Sozialdemokraten ging das zu schnell – sie fühlten sich rausgedrängt. Mit 26 Jahren ist Franzmann in die SPD eingetreten, drei Jahre später wurde er Juso-Chef und dann Vize-Vorsitzender der Sozialdemokraten im Kreis Höxter: Marcel Franzmann aus Borgentreich-Bühne gehört mit seinen mittlerweile 37 Jahren zu den jungen Kandidaten, die sich für die Kommunalwahl am 13. September bewerben.

Die Bürgerinnen und Bürger spiegeln uns das an den (Info-) Ständen wieder, dass es genau richtig ist, dass man versucht, mehr jüngere Menschen reinzubringen in die Politik. Um auch die Interessen der Jüngeren zu repräsentieren.

Nachdem zunächst wegen der Corona-Pandemie kaum Wahlkampf möglich war, ist Franzmann mittlerweile fast pausenlos für seine Partei im Einsatz. Plakate kleben, diskutieren, Bürger überzeugen. Das läuft meistens ganz entspannt. In den letzten Jahren gab es für Franzmann in der Politik aber auch mal Situationen, in denen es an die Substanz ging.

Als das Thema Migration hochkam, bekam man schon Nachrichten, dass man sich doch nicht für solche Leute einsetzen könne. "Deutschland den Deutschen" und solche Dinge und dann sollte ich aufpassen, wenn ich nachts über Straßen ginge.

Bei der Kommunalwahl bewirbt sich Franzmann um Mandate im Kreistag und im Borgentreicher Stadtrat. Dabei kann er – anders als viele andere junge Kommunalpolitiker – voll auf den Rückhalt der Familie zählen.

Meine Frau ist ja selber in der Kommunalpolitik aktiv. Natürlich ist dann das Verständnis füreinander da. Man unterstützt sich gegenseitig und ist auch gegenseitig ein Mentor füreinander. Andere berichten durchaus, dass Ehefrauen oder auch Ehemänner - das ist eher ein Problem - sagen: "Lass das doch lieber." Das klappt bei uns aber sehr, sehr gut.

Im Wahlkampf will Marcel Franzmann aus Borgentreich-Bühne unter anderem mit dem Thema „bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ punkten. Außerdem setzt er sich für Bürgerbusse, Car-Sharing und ortsnahe Schulen ein.