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Nachrichten aus Paderborn und Höxter

Trotz Genehmigung: Rettungsschiff «Mare Jonio» beschlagnahmt

Italiens Noch-Innenminister Matteo Salvini wird in Kürze seine Macht über das Thema Flüchtlinge verlieren.

Salvinis späte Genugtuung

Rom (dpa) - Italienische Behörden haben das Rettungsschiff «Mare Jonio» kurz nach seiner Ankunft im Hafen der Insel Lampedusa beschlagnahmt. Das teilte die italienische Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans am Dienstag mit.

Sie bezeichnete den Schritt als «paradox», denn erst am Montag habe das Schiff mit 31 Migranten an Bord nach tagelanger Blockade die Erlaubnis erhalten, auf Lampedusa anzulegen.

Die Beschlagnahmung des Schiffes sei «die letzte Rache derer, die es nicht ertragen können, dass sich Menschlichkeit durchsetzen sollte», schrieb Mediterranea Saving Humans auf Twitter. Der Besatzung der «Mare Jonio» wird demnach vorgeworfen, gegen die umstrittenen Einwanderungsgesetze von Noch-Innenminister Matteo Salvini verstoßen zu haben.

Damit kann die italienische Regierung NGO-Schiffen die Einfahrt in italienische Häfen verweigern und bei Verstößen Strafgelder von bis zu einer Million Euro erheben. Wie die italienische Hilfsorganisation mitteilte, durfte die «Mare Jonio» am Montag allerdings aus medizinischen Gründen auf Lampedusa anlegen.

Auch das deutsche Schiff «Eleonore» war am Montag beschlagnahmt worden, nachdem es trotz eines Verbots der italienischen Regierung mit 104 Menschen an Bord nach Sizilien gesteuert war. Das Rettungsschiff «Ocean Viking», das im August zwei Wochen in internationalen Gewässern zwischen Malta und Italien ausgeharrt hatte, ist seit Montagabend wieder im Einsatz, um vor Libyen Migranten aufzunehmen.