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Verena Hagemeier
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Nachrichten aus Paderborn und Höxter

Paderborner packt als erster Deutscher die Ocean's Seven

Fünf Jahre - sieben Meerengen und jetzt hat er es geschafft: Der Paderborner Extremschwimmer André Wiersig hat als erster Deutscher und als 16. Mensch weltweit die Ocean's Seven bezwungen. Das sind die sieben am schwersten zu durchschwimmenden Meerengen der Welt. 2014 begann er seine Mission, als er den Ärmelkanal durchschwamm. Es folgten unter anderem der 44 Kilometer lange Kaiwi-Kanal vor Hawaii oder der 34 Kilometer lange Santa Catalina Kanal vor Los Angeles. Auf seinen Reisen hatte er Begegnungen mit Walen oder auch schmerzhafte Aufeinandertreffen mit Portugiesischen Galeeren. 

Dagegen war seine letzte Etappe, die Straße von Gibraltar, fast wie ein Spaziergang. In einer Videobotschaft hat sich der Paderborner an seine Unterstützer gewandt: 

Am Morgen des Pfingstsonntages ist er gegen sieben Uhr morgens von Punta de Tarifa (Spanien), dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes gestartet und bis zum Cires Point in Marokko geschwommen. Die Distanz von 15,2 Kilometern absolvierte Wiersig in vier Stunden und 17 Minuten.


Auch wenn die Bedingungen im Vergleich zu anderen Durchquerungen, zunächst als gut
machbar erschienen: Die ruhige See, kaum Wind, wenig Strömungen und eine
Wassertemperatur von 17,5 Grad waren gerade zu Idealbedingungen. Doch auf den letzten
700 Metern gab es noch einmal sehr starke Strömungen, die dem trainierten
Extremschwimmer alles abverlangten. Wegen dieser bekannten Strömung, die den
Schwimmer in einen kilometerlangen Containerhafen an der afrikanischen Küste hätte
treiben können, musste die Durchquerung am Vortag abgesagt werden. Wäre er hier
abgetrieben worden, hätte man ihn aus dem Wasser ziehen müssen, die Challenge wäre
abgebrochen worden.


Sieben Meerengen auf fünf Kontinenten hat der damit erfolgreich durchschwommen. Die
Oceans Seven ist für Schwimmer das, was bei Bergsteigern die Seven Summits sind. Dabei
spielt die Zeit keine Rolle. Wichtig ist: der Athlet startet an Land und kommt auch an Land
wieder an. Er darf nur eine Badehose tragen, eine Schwimmbrille und eine Badekappe.


Seine Durchquerungen:

Ärmelkanal (2014, 9 Stunden, 43 Minuten)
Kawai Channel (2015, 16 Stunden, 26 Minuten)
North Channel (2016, 12 Stunden, 17 Minuten)
Santa Catalina Channel (2017, 9 Stunden, 48 Minuten)
Tsugaro Strait (2018, 12 Stunden, 55 Minuten)
Cookstrait (2019, 8 Stunden, 2 Minuten)


Schwager Jürgen ist der Fels in der Brandung

André Wiersigs Schwager Jürgen Peters ist bei allen Expeditionen mit dabei gewesen. Er
kümmert sich in erster Linie um die Verpflegung von André Wiersig. Pünktlich, alle 30
Minuten reicht er dem Schwimmer mit Hilfe eines an einer Teleskopstange befestigten
Fischernetzes hochkalorische Proteinnahrung. „Gleichzeitig kauen und schwimmen
funktioniert nicht. Deshalb erhalte ich meine Kraftnahrung in breiig-flüssiger Form, damit ich
diese trinken kann“, so Wiersig. Wenn es das Wetter erlaubt, dann begleitet sein Schwager
ihn auch stundenweise im Kanu. Absolut untersagt für den Schwimmer ist es, Kontakt mit
dem Kanu oder dem Begleitboot aufzunehmen. Damit wäre die Challenge sofort gestoppt.
Darüber wachen die strengen Augen der Mitglieder des jeweiligen Schwimmverbandes, die
für die Kontrolle der Regeleinhaltung verantwortlich sind.


Botschafter der Deutschen Meeresstiftung

André Wiersig fühlt sich so stark mit dem Meer verbunden, dass er seit kurzem auch als
Botschafter der Deutschen Meeresstiftung tätig ist. „Es ist wichtig das Bewusstsein der
Öffentlichkeit für den Zustand der Meere zu schärfen. Diesen haben wir Menschen selbst
geschaffen und somit auch zu verantworten. Wir alle müssen handeln und unser eigenes
Verhalten umstellen und etwas zurückgeben. Wir haben alle nur genommen und jetzt ist es
höchste Zeit etwas zurück zu geben. Mit einer Geldspende ist es da nicht getan. Ich rede
vom Verhalten jedes einzelnen Menschen verantwortungsvoll auf die Umwelt acht zu geben
– ganz bewusst und mit entsprechender Verantwortung.“ André Wiersig ist schon mal in der
Nacht im Ozean mit dem Kopf in eine Plastiktüte geschwommen. Dieses Ereignis hat in
einmal mehr dafür sensibilisiert, wie dringend wir die Meere säubern müssen.


Nachts allein im Ozean

Über seine Erlebnisse bei den Durchquerungen – ob Begegnungen mit Haien, höchst giftigen
Portugiesischen Galeeren, der Plastiktüte, in die er mitten in der Nacht mit dem Kopf
schwimmt und wie man sich mental auf solche außergewöhnlichen Herausforderungen
vorbereitet, darüber berichtet André Wiersig in Vorträgen für die er seit geraumer Zeit
gebucht wird. All diese Geschichten kann man in seinem Buch „Nachts allein im Ozean“
nachlesen, dass im Herbst 2019 erscheinen wird.

Kommende Woche zu Gast bei Radio Hochstift

Über die fünf Jahre hat Radio Hochstift den Paderborner Extremschwimmer bei seiner Mission begleitet. In der kommenden Woche wird André Wiersig live zu Gast im Studio sein und erzählen, wie es sich anfühlt, als erster Deutscher aus eigenem Antrieb die Ocean's Seven geschafft zu haben.

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