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Verena Hagemeier
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Nachrichten aus Paderborn und Höxter

Purple Mountains: David Bermans Rückkehr - und Abschied

Mit dem neuen Bandprojekt Purple Mountains und einem wunderbaren Comeback-Album schien es wieder Hoffnung für den großen US-Songwriter David Berman zu geben.

Tod mit 52 Jahren

Berlin (dpa) - Das Album wurde als Dokument einer kreativen Wiedergeburt gefeiert - und ist nun ein Abschiedswerk geworden: «Purple Mountains» vom gleichnamigen Bandprojekt des Singer-Songwriters David Berman. Mit nur 52 Jahren ist der US-Musiker am Mittwoch gestorben, wie sein Label Drag City mitteilte.

«Wir könnten nicht trauriger sein, Euch dies zu berichten», schrieb die Plattenfirma. «Ein großartiger Freund und einer der inspirierendsten Menschen, die wir je kannten, ist gestorben. Ruhe sanft, David», hieß es in dem Tweet. Zur Todesursache gab es keine Angaben.

Berman hatte 1989 die Indierock-Band Silver Jews gegründet. mit der er zwischen 1994 und 2008 sechs Studioalben veröffentlichte. Dann ließ er zehn Jahre nichts mehr von sich hören. Man erfuhr noch, dass es ihm schlecht gehe, wünschte ihm gute Besserung, und hatte zuletzt doch ein bisschen die Hoffnung aufgegeben, dass da jemals wieder etwas nachkommen könnte.

Vor rund einem Jahr fand Berman - inzwischen ein mittelalter, bärtiger und kahl werdender Mann - zur Aktivität zurück. Auch dank der Hilfe der formidablen Neo-Folkrock-Band Woods, die ihm das üppige, mit Bläsern, Mundharmonika, Pedal-Steel und Background-Gesang verzierte Ambiente für seine Storys auf «Purple Mountains» (Drag City) lieferte.

Schon die Songtitel ließen erahnen, dass es schwierige Zeiten für Berman waren, der wohl auch die Trennung von seiner Ehefrau verarbeitete. «All My Happiness Is Gone», «Darkness And Cold», «She`s Making Friends, I`m Turning Stranger» oder «Maybe I`m The Only One For Me» - es klang autobiografisch, nach Einsamkeit, Seelenpein und Frust. Die Musik dazu - sie erinnert an Lambchop, die Slacker von Pavement, gelegentlich auch an Neil Young - war allerdings gar nicht weinerlich, sondern von durchaus aufmunternder Natur.

Gleichwohl: «Die Freunde, denen ich mein neues Album vorgespielt habe, fragten mich, ob bei mir alles in Ordnung sei», erzählte Berman dem «Rolling Stone». «Ich verstehe nicht, wieso dieses Album die Leute dazu bringt, sich Sorgen zu machen - ich war doch auf meinen alten Alben nicht weniger depressiv!» Ob diese laut Berman nicht behandelbare Depression am Ende ursächlich für den Tod dieses großen Singer-Songwriters war, blieb bisher offen.

Was bleibt, ist eine wunderbare aktuelle Platte. Zwar klang Bermans Bariton auf «Purple Mountains» hier und da etwas wackelig, ein großer Sänger war er ja nie. Und doch passte sein unperfekter Gesang perfekt zu den herzerwärmenden Folk-, Rock- und Country-Melodien. «I?ll have to learn to like myself», heißt es im Schlusslied der Platte. Man hätte David Berman so gewünscht, dass er mit diesem in den USA und Großbritannien bereits euphorisch aufgenommenen Album dauerhaft inneren Frieden gefunden hätte.