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Fiona Keimeier
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Nachrichten aus Paderborn und Höxter

«Live im Tempodrom»: Als Element Of Crime heimkehrten

Element Of Crime gelten als bärenstarke Konzertband, ihre Gigs sind fast immer ausverkauft. Doch mit offiziellen Live-Alben lassen sie sich Zeit.

In voller Länge

Berlin (dpa) - Es waren tolle Abende, als Element Of Crime nach ihrer Frühjahrs-Tournee mit Songs des neuen Albums «Schafe, Monster und Mäuse» in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehrten.

«Live im Tempodrom» (Vertigo/Capitol/Universal) hält den letzten dieser drei Auftritte fest - als «ungekürztes Konzert» vom 25. Mai auf einer Doppel-CD.

Natürlich sind die Stücke des im Oktober 2018 sogleich auf Platz 2 der deutschen Charts gesprungenen Studiowerks in wunderbaren Live-Versionen zu hören. Das melancholische «Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang», der aktuelle Titelsong und das zum Brüllen komische «Ein Brot und eine Tüte» eröffnen den Reigen der insgesamt 25 Folk- und Pop-Chansons aus Platten von Element Of Crime seit «Damals hinterm Mond» von 1991.

Danach kündigt Sänger und Trompeter Sven Regener ein älteres Stück an, und das tut er in so unnachahmlicher Regener-Manier, dass die Ansage für «Deborah Müller» hier dokumentiert wird: «Ja, werden viele sagen, ja gut, das sind die neuen Lieder, okay. Aber wo sind die alten Hits, was ist da los? Die wollen ihre alten Hits nicht mehr spielen - wollen die sich von ihrer Vergangenheit distanzieren? Jetzt tun die so, als hätten sie erst eine Platte gemacht, und machen nach 45 Minuten Schluss. Nachdem sie die Single das zweite Mal gespielt haben. Jaja, so war das früher.»

Regener (58), seit dem Berliner Szene-Roman «Herr Lehmann» (2001) als Schriftsteller mindestens ebenso erfolgreich wie als Bandmusiker und Songschreiber, ist mit seiner sympathisch schnoddrigen Art ein begnadeter Performer. Er prägt das Tempodrom-Konzert und die anderen Gigs mit coolen oder launigen Sprüchen. Einmal bittet Regener seine Teenie-Tochter Alexandra vom Merchandising-Stand auf die Bühne - sie singt, wie in der Studio-Version des Liedes von 2018, bei «Karin, Karin» mit.

Doch man sollte bei aller Fokussierung auf den Frontmann mit der rauchigen, knarrenden Stimme nicht unterschlagen, wie gut Element Of Crime im Studio und im Konzert als Band sind: Jakob Ilja (Gitarre), Richard Pappik (Schlagzeug), David Young (Bass, Produktion) sowie Rainer Theobald (Saxofon, Klarinette) und Ekki Busch (Akkordeon) haben längst ein traumwandlerisches Zusammenspiel erreicht - man merkt, dass diese Musiker seit gefühlten Ewigkeiten miteinander vertraut sind, auch wenn nur etwa alle vier Jahre eine gemeinsame Studioplatte erscheint.

Nach der erfolgreichen Frühjahrs-Tournee mit den Liedern von «Schafe, Monster und Mäuse» sowie einem gut ausgewogenen Best-of-Programmm (inklusive Fan-Favorit «Delmenhorst») funktioniert der Zauber von Element Of Crime auch auf Live-CD. Man habe sich entschlossen, das Berliner Konzert vom 25. Mai «in seiner ganzen Länge, ungekürzt und ungeschminkt, zu veröffentlichen», heißt es in den Liner Notes. «Wir haben nichts nachträglich korrigiert oder auch nur vertuscht. So, wie man es hört, so war es.»

Weitere Konzerte November/Dezember in Österreich, der Schweiz und Deutschland: 06.11. A-Salzburg, Szene, 07.11. A-Linz, Posthof, 09.11. A-Graz, Orpheum, 10.11. A-Graz, Orpheum, 11.11. A-Innsbruck, Music Hall, 12.11. A-Feldkirch, Montforthaus, 13.11. CH-Bern, Bierhübeli, 15.11. D-Leverkusen, Jazztage, 09.12. D-Düsseldorf, Lieblingsplatte-Festival, Zakk, 10.12. D-Düsseldorf, Lieblingsplatte-Festival, Zakk