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Hollywood fürs Smartphone: Die App Quibi kommt im April

Frau tippt auf dem Smartphone
  • Quibi will DAS Bewegtbild-Programm fürs Smartphone werden
  • Das Start-Kapital von 1,4 Milliarden Dollar kommt von Hollywood-Studios und News-Produktionshäusern
  • 175 unterschiedliche Formate mit Stars aus der Film- und TV-Welt sind zum Start im April geplant

Fernsehprogramm für unsere Zwischendurch

Die Idee klingt denkbar einfach. Die neue amerikanische Streaming-Plattform Quibi will nicht mehr und nicht weniger als die ultimative Anlaufstation für Bewegtbildinhalte auf unserem Smartphone werden. Wir sollen sie nutzen, wenn wir unterwegs sind, ob in der U-Bahn oder im Wartezimmer. Filme, Serien, Shows und Nachrichten werden extra für diese mobile Smartphone-Nutzung konzipiert und produziert. Der Name ist dabei Programm. Quibi ist eine Verkürzung von „quick bites“, übersetzt „schneller Happen“ und so wird kein Clip länger als 10 Minuten sein.

Das Bestseller-Prinzip

Einen Inspirationskick für die Idee der kurzen Videoclips lieferte übrigens - unwissentlich - Dan Brown. Bei der Präsentation der Plattform Anfang 2020 in Los Angeles erzählten die Quibi-Macher, dass in seinem Bestseller „Der Da Vinci Code“ kein Kapitel länger wäre als vier-fünf Seiten: die perfekte Länge für die Zwischendurch-Nutzung. Genau dieses Häppchen-Leseprinzip soll nun auf das Video schauen auf dem Smartphone übertragen werden.

Geballte Manager-Kompetenz

Die Macher von Quibi sind zwei sehr bekannte und äußerst wohlhabende Gesichter aus der Unterhaltungs- und Digitalbranche: Quibi-Ideengeber Jeffrey Katzenberg war u.a. Chef von Paramount Pictures, Studioboss von Walt Disney. Zusammen mit Steven Spielberg gründete er Dream Works Animation, das 2016 Jahre für rund vier Milliarden Dollar verkauft wurde.

Quibi-CEO ist Meg Whitmann. Sie hat eBay groß gemacht und an die Börse brachte, später leitete sie Hewlett-Packard. Sie gilt als eine der ersten Milliardärinnen des Internet-Zeitalters. Whitmann ist zudem Republikanerin und wollte schon mal Gouverneurin Kaliforniens werden, scheiterte allerdings 2010 bei der Wahl.

Hollywood-Stars auf dem Smartphone

John Travolta neben Kevin Hart und Josh Hartnett – das sind die prominenten Namen, die Quibi zuletzt vorgestellt hat. Die drei Hollywood-Schauspieler werden in der neu produzierten Action-Komödie „Die Hart“ (in Anlehnung an Bruce Willis erfolgreiche Kinofilmreihe „Die Hard“) zu sehen sein. Sie reihen sich damit in die lange Reihe von Schauspiel-, Show- und Regie-Prominenz ein, die für Quibi aktiv sein werden: Regisseur-Größen wie Steven Spielberg oder Guillermo del Torro werden dabei hinter der Kamera stehen. Und noch mehr Hollywood-Stars vor der Kamera: Leonardo di Caprio, Kiefer Sutherland, Reese Witherspoon, Sophie Turner, Naomi Watts oder Christoph Waltz haben alle schon zugesagt.

Geld gegen Anteile und Aufträge

Der Quibi-Kanal auf YouTube präsentiert uns einen ersten Eindruck über die neue Filmwelt, die uns zukünftig unterwegs auf unserem Smartphone unterhalten will. Möglich macht diese Produktionsvielfalt eine einfache aber scheinbar funktionierende Kooperationsidee. Die Partner – u.a. die zehn größten Hollywoodstudios – bekamen für ihr Geld nicht nur Anteile, sondern direkt auch Aufträge. Sie wurden verpflichtet extra Filme, Serien und Shows für Quibi zu drehen – so war der Weg frei für den Starauflauf.

Die Kürze der Clips soll Quibi von der schon vorhandenen, riesigen Streaming-Konkurrenz wie Netflix, Amazon und neuerdings auch Disney abheben. Forsch sagte Meg Whitman mal in einem Interview: „In zehn Jahren werden wir zurückschauen und sagen: „Erst kam die Ära des Kinos, dann die Ära des Fernsehens – und dann kam Quibi.“

Für eine Handvoll Dollar

Quibi soll im werbefreien Abo für einem Preis von rund acht Dollar im Monat starten. Die Version mit Werbeeinblendung wird fünf Dollar kosten. In einem Vanity-Interview sagte Meg Whitmann Ende 2019, das die neue Bewegtbildplattform schon Werbeeinbuchungen von über 150 Millionen Dollar verzeichnen könne. Seit wenigen Tagen kann die App nun bei Apple und Google vorbestellt werden. Auf den ersten Blick wirken die Screenshots dabei wie jeder andere Streamingdienst. Neu allerdings ist die Turnstyle-Funktion. So können wir Filme vertikal wie horizontal auf unserem Smartphone anschauen.

Am 6. April will Quibi in den USA und Kanada starten, Westeuropa und Deutschland sollen in den nächsten ein/zwei Jahren erschlossen werden.


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