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Susanne Stork
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Neues Flirtportal

Facebook-Dating startet

26. Oktober 2020

  • Nach Datenschutz-Problemen im Frühjahr startet Facebook-Dating jetzt in 32 europäischen Ländern

  • Das neue Flirtportal soll kostenlos bleiben, verbietet aber den Versand von Fotos und Videos

  • Registrieren können sich Nutzer schon jetzt, aktiviert werden soll die Funktion ab dem 29. Oktober

Holperstart in Europa

Facebook hatte die Idee einer Dating-Plattform erstmals auf seiner Entwicklerkonferenz im Mai 2018 erwähnt. Schon im Herbst des gleichen Jahres wurden erste Tests zunächst in Kolumbien, später in Kanada und Thailand gestartet. Anfang 2020 rollte Facebook das Dating-Tool für rund 20 Länder im amerikanischen und asiatischen Raum aus. Mehr als 1,5 Milliarden Matches sollen dort schon gezählt worden sein. In Europa wurde Facebook allerdings von der irischen Datenschutzbehörde ausgebremst. Sie hatte kurz vor dem Valentinstag die Europazentrale in Dublin inspiziert und u.a. Unterlagen zu Facebook-Dating beschlagnahmt. Daraufhin blies Facebook den europäischen Start ab. Jetzt startet die überarbeitete - und nach Angaben von Facebook DSGVO-konforme - Version am 29. Oktober in Deutschland, Interessenten können jetzt ein eigenes Profil anlegen.

In der Facebook-App integriert

Facebook-Dating ist kostenlos und erst ab 18 Jahren nutzbar. Trotz der Einbettung in die Facebook-App sind die Funktionen von Facebook und Facebook-Dating strikt getrennt. Facebook fordert die Nutzer auf, sich beim neuen Dating-Tool mit der realen Identität anzumelden und kündigte an, rigoros gegen Betrugsversuche vorzugehen. „Die Suche nach einem romantischen Partner ist sehr persönlich. Deshalb haben wir Dating mit Sicherheit und Datenschutz an vorderster Front entwickelt,“ schreibt der Konzern auf seiner Website. In den Unterhaltungen der Nutzer dürfen keine Fotos und Videos verschickt werden, Instagram-Storys und Inhalte aus dem Feed können aber eingebunden werden.

Suche „nach einer langfristigen Beziehung?“ oder…

Zur Dating-Funktion kommt ihr über die drei parallelen Striche in der App. Die mehrstufige Profilerstellung beginnt mit eurem Vornamen und dem Alter, die sich das Dating-Tool automatisch aus eurem Facebook-Account zieht. Nach diesen Angaben gehts richtig los: Ihr könnt erste Informationen zu u.a. der Heimatstadt, dem Beruf und dem Geschlecht angeben. Anschließend wird gefragt, mit wem ihr ein Date eingehen wollt. Im nächsten Schritt sagt Facebook euch, was mit euren Daten passiert und fordert eure Zustimmung zur Datenverwendung. Danach könnt ihr auswählen, wonach ihr sucht: „Nach einer Freundschaft“ oder „Nach etwas Zwanglosen“ sind zwei der Auswahloptionen, außerdem hat Facebook noch weitere bis zu 20 Fragen an Euch, die ihr optional beantworten könnt. Die Antworten sollen dem Algorithmus helfen, die passenden Kontakte vorzuschlagen und auch als Gesprächsanlass dienen. Abschließend braucht es noch ein Profilbild und ihr müsst der Teilnahme an Facebook-Dating noch mal final zustimmen.

Von heimlichen Schwärmen und Matches

Facebook-Dating möchte User in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometer zusammen bringen. Auf Basis gemeinsamer Interessen und Gruppen bzw. Veranstaltungen macht Facebook-Dating Partnervorschläge. Allerdings werden den Usern keine potentiellen Partner aus dem eigenen Facebook-Freundeskreis vorgeschlagen. Ausnahme ist die „Secret Crush-Funktion“. Damit könnt ihr bis zu neun Facebook-Freunde oder Instagram-Follower als heimlichen Schwarm markieren. Gibt’s eine Übereinstimmung mit dem Schwarm, kommt es zum Match. Das kann per Chat erfolgen oder aber auch - ganz Corona-gemäß - als Video-Konferenz. Wer sich vis-a-vis treffen möchte, kann sicherheitshalber einem Freund mitteilen, wann er sich wo mit wem trifft. Die Nutzung von Facebook-Dating bleibt privat. Weder im Feed noch im Profil werden die Dating-Kommunikation oder die Dating-Kontakte angezeigt.

Ihre Daten bitte

„Facebook-Dating schlägt möglicherweise Übereinstimmungen für Sie vor, basierend auf Ihren Aktivitäten, Vorlieben und Informationen in Dating und anderen Facebook-Produkten,“ so beschreibt Facebook den Umgang mit den Daten. Denn die kostenlose Nutzung von Facebook-Dating ist natürlich mit der Weiterverwendung unserer Daten verbunden. So verhehlt Facebook nicht, dass die Angaben und Erfahrungen auf Dating - Ausnahme religiöse Ansichten und die von uns gesuchten Geschlechter - genutzt werden, um Werbung zu personalisieren. Das sollte aber jeder von uns abwägen, bevor er sich auf Facebook-Dating einlässt.


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