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Netzklick

Fake News: Wie wir sie selbst erkennen und was wir dagegen machen können

  • Die Wahrnehmung von Fake News hat zugenommen besonders bei jungen Leuten (Forsa-Umfrage von 2019)
  • Spotify und Twitter haben Wahlwerbung für 2020 aus Angst vor Fake News in den USA gestoppt (tageschau.de, 17.12.19)
  • Die Organisation Avaaz warnt in einer Studie im Jahr der US-Präsidentschaftswahlen vor einem Tsunami politischer Fake News


Wenn Nachrichten gefälscht sind

Fake News sind als Begriff seit 2017 auch im Rechtschreibduden zu finden. Sie werden dort als in „manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldung“ bezeichnet. Wikipedia grenzt ergänzend den Wirkungsbereich von Fake News ein, „die sich überwiegend im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken und anderen sozialen Medien zum Teil viral verbreiten.“  Im Weiteren wird dort auch die Zeit-Journalistin Karoline Kuhla zitiert, die eine Besonderheit von Fake News herausarbeitet als „im Stil an echte Nachrichten angelehnte, gezielt in die Welt gesetzte Unwahrheiten.“

Ein kurzer Blick auf und hinter die Schlagzeile

Eine reißerische Schlagzeile, die eine vermeintliche Sensation „verkauft“, sollte uns - je krasser sie formuliert und umso stärker sie eine extreme Meinung transportiert – direkt sehr kritisch werden lassen. Keinesfalls sollten wir eine solche Überschrift einfach im Netz teilen, ohne einen Blick in den Text geworfen zu haben, um u.a. folgende Punkte zu prüfen: Wird die Behauptung dort nachvollziehbar belegt? Beruft sich der Autor auf seriöse Quellen und sind die Links zu diesen Quellen korrekt bzw. „funktionieren“ diese? Sinnvoll ist auch ein kurzer Check, ob die vermeintliche Sensationsmeldung auch auf anderen, bekannten Nachrichtenportalen zu finden ist.

Welche Seiten verbreiten die News?

Fake News werden häufig über gefakte Online-Seiten bzw. Social Media-Accounts verbreitet. Ein pozilei.de statt polizei.de ist dabei nicht unbedingt ein dummer Schreibfehler, sondern möglicherweise ein erstes Indiz für eine Fälschung. Insofern hilft ein schneller Blick auf die URL einer Website bzw. auch auf die Angaben bei einem Social-Media-Account. Hier müssen ein Klarname und ein Impressum hinterlegt sein. Gerade wenn uns eine Meldung verdächtig erscheint, hilft auch ein kurzer Vergleich mit weiteren Texten und Posts der Seite bzw. des Accounts. Ist der Tenor eher neutral, sachlich oder finden sich dort weitere Sensationsmeldungen eventuell in eine gleiche, vielleicht hetzerische Richtung weisend? Dann ist höchste Vorsicht geboten. Die von der EU-geförderte Website saferinterent.at hat eine Checkliste zur Prüfung von Online-Quellen zusammengestellt.

Bei Faktencheckern nachschlagen

Viele journalistische Webseiten haben sich zur Aufgabe gemacht, kostenlos Fakten zu checken. Hier können wir Themen eingeben und schauen, ob die Meldung schon bekannt ist und gegebenenfalls auch schon als Fake News identifiziert wurde. Die bekanntesten sind die „Faktenfinder“ von tageschau.de, die „Faktenchecker“ des gemeinnützigen Recherche-Netzwerkes „Correctiv“ oder die Privatinitiative gegen Internetmissbrauch Mimikama. Weitere Faktencheck-Portale und auch Tools für den eigenen Faktencheck hat die Texterin und Bloggerin Christa Goede in einem Blogbeitrag zusammengestellt.

Fotos geben keine Garantie auf Echtheit

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ist oft die Devise und ein krasses Foto bedeutet viele Klicks. Deswegen sollten wir auch bei Fotos immer kritisch hinschauen. Die schon zitierte Webiste Mimikama weist aktuell z.B. auf das Bild eines brennenden Tigers im Zusammenhang mit den Buschbränden in Australien hin. Das Problem: Das Foto stammt aus einem Artikel der Daily Mail von 2012 und es ging um ausgestopfte Tiere in Indonesien. Um solche Fakebilder bzw. echte Fotos im falschen Zusammenhang zu erkennen, hilft z.B. die Google Bildersuche: Einfach auf der Google-Startseite rechts oben „Bilder“ anklicken und danach im Suchfenster auf das Kamerasymbol klicken. Anschließend können wir das Bild oder die URL des kritischen Fotos hochladen und schauen, ob es z.B. für unterschiedliche Themen schon verwendet wurde. Eine Alternative ist die Website TinEye der kanadischen Firma Ideè Inc, einem der Pioniere der Bildüberwachung. Eine Suchmaschine für Videos bietet zudem Amnesty International an mit dem YouTube Data Viewer.

Melden bitte!

Wenn wir eine Fake News identifiziert haben (oder meinen, identifiziert zu haben), können bzw. sollten wir diese melden. Auf Facebook geht das beispielsweise bei jedem Post über das „drei-Punkte-Menü“ oben rechts – einfach anklicken und anschließend auf „Support erhalten/Beitrag melden“ gehen. Weitere Optionen um u.a. (Hass-) Kommentare oder zweifelhafte Bilder bei Facebook zu melden, hat die Website Basic Thinking zusammengestellt. Die schon mehrfach zitierte Website Mimikama bietet aber auch ein Meldeformular für Fake News an. Über diese Wege können wir die Verbreitung von falschen Nachrichten selbst ein wenig bremsen.


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