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Daumen runter: Unruhige Zeiten bei Facebook

Facebook-Icon auf einem Monitor

2,1 Mrd. monatliche Nutzer weltweit, 1,4 Mrd. tägliche Nutzer und allein im 4. Quartal des letzten Jahres ein Umsatz von 13 Milliarden Dollar (Überblick über alle Zahlen) – das liest sich nicht gerade wie Zahlen eines Konzerns in der Krise.
Doch was Facebook an Zahlen hervorbringt und wie sich das Image der mächtigsten Social Media-Plattform der Welt anfühlt – das sind in diesen Tagen und Wochen zwei völlig unterschiedliche Welten.

Hassbotschaften und Falschnachrichten beschädigen den Ruf der Plattform nachhaltig. Aber auch die nach wie vor noch recht unklare und von vielen Experten immer noch als unzureichend erfolgte Aufarbeitung der möglichen Verwicklung russischer Quellen im US-Wahlkampf. Nicht umsonst hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg deswegen 2018 als das Jahr ausgerufen, in dem er die Probleme seiner Firma lösen möchte. Zuckerberg veröffentlicht immer zu Jahresbeginn eine Aufgabe, der er sich in den folgenden zwölf Monaten widmen möchte. Das waren schon mal 365 Meilen joggen, Chinesisch lernen oder im letzten Jahr, alle Staaten der USA zu besuchen.

Wie die Lösung der Probleme 2018 ganz allgemein aussehen könnte, das lässt ein Zuckerberg-Zitat aus dem neuestem Quartalsbericht erahnen: „In 2018, we`re focused on making sure, Facebook isn’t just fun to use, but also good for people`s well being and for society.“ Es geht also nicht mehr nur um Spaß, sondern um Wohlbefinden und gesellschaftliche Verantwortung. Heere Ziele für einen Konzern, bei dem es aktuell an vielen Fronten brennt und der an ebenso vielen Fronten arbeitet…

Dislike oder Daumen runter

Mit dem „Daumen hoch“-Symbol ist Facebook groß geworden. Gefühlt fast so lange gibt es aber auch die Forderung, einen Dislike-Button einzuführen. Dagegen hat sich der Konzern immer gewehrt, weil ein solcher Button „zu viel Negatives säen“ würde. Stattdessen gab es 2016 ein wütendes und ein trauriges Emoji und jetzt ganz frisch die Möglichkeit eines „Downvote-Links“ – allerdings nur in den USA. Dort haben die Test-Nutzer nun die Wahl: Sie können unter ihrem Facebook-Post entweder „Gefällt mir“ klicken, einen Kommentar abgeben oder den Post mit einem „Downvote“ abwerten. Wird Letzteres angeklickt, verschwindet der Post und der Nutzer wird gefragt, ob der Post anstößig oder irreführend gewesen sei. So will Facebook Hass- und Hetzkommentare aufspüren.

Prominenz gegen Facebook

Schauspieler Jim Carrey („Die Maske“, „Der Grinch“) hat die Nase voll. „Weil Facebook von der russischen Einflussnahme in unserer Wahl profitiert hat und sie immer noch zu wenig tun, um es zu stoppen“, so begründete der Schauspieler auf Twitter seine Kontolöschung. Zudem kündigte er an, alle seine Aktien zu verkaufen. Unter dem Hashtag #unfriendfacebook forderte er weitere Investoren auf, ihm zu folgen. Derweil kündigte auch Brasiliens größte Zeitung an, keine Inhalte mehr auf Facebook zu veröffentlichen. Allerdings sind die Motive hier ganz andere. Die „Folha de San Paulo“ mit ihren fast sechs Millionen Followern protestiert damit gegen die Ankündigung von Mark Zuckerberg, in Zukunft mehr Beiträge von Freunden und Verwandten und weniger von Unternehmen und Medien anzuzeigen.

Bessere Datenschutzinformationen

Die Zeiten unendlich langer und kaum zu verstehender Datenschutzbestimmungen scheinen bei Facebook zu Ende zu sein. Seit wenigen Tagen bietet der Konzern den Nutzern eine transparentere Darstellung seiner Datenrichtlinien. Zudem sind die Einstellungen der Privatsphäre neu gestaltet worden. Ob Facebook damit u. a. schon einem möglichen aktuellen Rechtstreit vorbeugen wollte, ist unklar. Das Landgericht Berlin urteilte gerade in einem Verfahren - angestrebt von der Verbraucherzentrale Bundesverband -, dass die Datenschutzbedingungen gegen das deutsche Verbraucherrecht verstoßen. Allerdings stammte die Klageschrift aus 2015 und Facebook kündigte direkt auch Berufung an, da sich die Richtlinien seit Beginn des Verfahrens deutlich geändert hätten.

Achtung: Großflächiger Hacker-Alarm?

„Fast alle Facebook Konten wurden oder werden im Moment gehackt. Das Profilbild und Euer Name wird dazu verwendet, um ein neues FB-Konto zu eröffnen.“ Eine so beginnende Statusmeldung macht aktuell viele Facebook-User nervös. Zu Recht, denn es grassiert wieder eine bekannte Form von Identitätsdiebstahl. Dabei kopieren die Betrüger ein vorhandenes Facebook-Konto und schicken den Kontakten des kopierten Profils eine Freundschaftsanfrage. Viele wundern sich und denken, sie oder ihn habe ich doch schon in meiner Freundesliste. Aber sie stimmen trotzdem zu. Schon haben die Betrüger Zugang zu Informationen, die nur für Freunde sichtbar sind. Insofern stimmt die Warnung, auch wenn sie zwei Fehler enthält – die Konten werden bei dieser Masche nicht gehackt, sondern nur kopiert und tatsächlich sind auch nicht „fast alle Konten“ betroffen.

Was tun?

Die österreichische Faktencheck-Seite mimikama.at empfiehlt bei dieser Form des Identitätsdiebstahls generell zwei wesentliche Schritte: Einerseits sollten wir sowohl unseren Bekannten oder Freund über das Fake-Profil informieren wie auch das jeweilige Landeskriminalamt. Das Problem ist dort bekannt, kann aber nur bekämpft werden, wenn die Betrugsfälle auch angezeigt werden. Der Betroffene selbst sollte das Problem zudem auch Facebook melden. Meist wird das Fake-Profil dann schnell gelöscht. Andererseits können wir das Interesse der Betrüger im Keim ersticken. Dafür müssen wir einfach nur unsere Freundesliste auf „Nur ich“ einstellen. Darüber hinaus empfiehlt die Seite weitere Optimierungen unserer Facebook-Einstellungen, wie z.B. das Posts nicht öffentlich, sondern nur eigenen Freunden angezeigt werden.

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