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Fabel-Weltrekord im Marathon - der sportliche Social Media-Hype 2017?

42,195 Kilometer – diese Zahlen haben eine Magie. Wer sie liest, weiß sofort, es geht um die längste olympische Laufdistanz – um den Marathon. 2017 könnte der Marathon weltweit ins Visier rücken. Grund: Der Sportartikelhersteller Nike hat einen tollkühn anmutenden Plan und will damit das Social Media-Sportthema 2017 bestimmen. Er will nicht nur den aktuellen Marathon-Weltrekord brechen, sondern gleichzeitig auch die magische Marke von zwei Stunden unterbieten. 1 Stunde, 59 Minuten und 59 Sekunden, das klingt unglaublich angesichts der aktuellen Weltrekordzeit: 2 Stunden, 2 Minuten und 57 Sekunden, aufgestellt vom Kenianer Dennis Kipruto Kimetto 2014 in Berlin. Ein Blick auf einen aufwendig geplanten Sport- und Social-Media-Hype:  

Drei Afrikaner werden es sein
Das Ziel „#Breaking2“ – so der Name des gewagten Projekts – soll mit drei Läufern erreicht werden. Über zwei Jahren hatte Nike hunderte Marathonläufer beobachtet und letztendlich 18 zu ausführlichen Tests ins Hauptquartier nach Beaverton in den USA eingeladen. „Übrig  geblieben“ sind drei: Eliud Kipchoge (32) aus Kenia, Goldmedaillen-Gewinner von Rio und der schnellste des Trios mit der Bestzeit von 2.03.05. Lelisa Desisa (26) aus Äthiopien, Boston-Marathon-Gewinner von 2015 und Zersenay Tadese (34) aus Eritrea, zwar Weltrekordhalter über die Halbdistanz-Strecke, über 42 Kilometer mit der Bestzeit von 2.10.4 nicht überragend.  

Ein gutes Jahr
Ein gutes Händchen haben die Entwickler beim Timing gehabt. 2017 ist ein Jahr, in dem es weder olympische Sommerspiele noch Europa- oder Weltmeisterschaften im Fußball gibt. Dadurch sind große, weltbewegende Sportgeschichten zunächst mal Mangelware. Ein Fabelrekord über die legendäre Laufdistanz würde also voraussichtlich ohne Konkurrenz Sportgeschichte schreiben können. Wie so ein einzigartiges Ereignis durchschlagenden Erfolg haben kann, hat Red Bull 2012 gezeigt. Mit dem legendären Stratosphären-Sprung von Felix Baumgartner bestimmte der Energydrink-Hersteller über Wochen die Sportberichterstattung auch in den sozialen Medien. Allein die Liveübertragung bei YouTube schauten acht Millionen Zuschauer. Den Kosten der Aktion von rund 50 Millionen Euro soll ein geschätzter Werbewert von 6 Milliarden Euro gegenüber gestanden haben (Quelle: Blogartikel).  

Viele Fragen offen
Beim geplanten Fabel-Weltrekord im Marathon sind außer dem Ziel selbst allerdings noch viele Fragen offen. Unklar ist zum Beispiel, ob der Rekordversuch im Rahmen eines offiziellen Marathonrennens stattfinden wird. Die drei schnellsten Laufstrecken der Welt sind London, Chicago und Berlin. Doch Fachleute vermuten, dass der Rekordversuch als alleinstehender Event inszeniert wird, siehe Beispiel Stratosphärensprung. Zum einen hätte Nike so alle Inszenierungsaspekte selbst in der Hand, zum anderen könnte der Lauf optimal und ohne die Risiken einer mehrere Tausend-Menschen-Veranstaltung geplant werden.  

Drei Minuten für die Ewigkeit
Die große Frage bei #Breaking2 – hat das Projekt überhaupt eine realistische Chance? Den bestehenden Weltrekord um gleich drei Minuten zu unterbieten, klingt unglaublich. Zum Vergleich: Seit 2002 ist der Weltrekord sieben Mal gebrochen worden, sechs Mal davon in Berlin (zu den Zeiten). Die Bestzeit verringert sich dabei von 2.05.38h auf 2.02.57h. Weitere Zeitverbesserungen sollen vor allem durch das Laufen im Windschatten möglich sein. Die Schweizer Online-Zeitung Watson.de berichtet von Windkanalstudien, wonach 100 Sekunden allein durch permanentes Windschattenlaufen eingespart werden könnten. Das spricht für das Läuferteam, das Nike ausgesucht hat – zwei Tempomacher für einen Rekordläufer. Den Rest der Zeit müsste das extra zusammengestellte 20-köpfige Team aus Trainern, Physiologen, Designern und Ingenieuren möglich machen. Wie es läuft, sollen wir bald im Netz verfolgen können. Bislang heißt es da noch „Unlimited Youth, Unlimited Will, Unlimited Courage – Deine Grenzen legst nur Du fest“ (zur Seite). Ob Nike 2017 eine neue Marathon-Zeitgrenze festlegen kann, wird sich zeigen.


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