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Claudia Löhr
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Frau hält Handy in den Händen
Über den Google-Konkurrenten

Eine Suchmaschinen-Alternative bietet Google die Stirn

Mal eben mehr Infos zum Schauspieler des gerade gesehenen Kinofilms, ein leckeres Grillrezept oder einen Feiertag im Jahr suchen, kein Problem, das Internet hilft sofort. Das Suchen per Suchmaschine ist für uns gelebter Alltag. Im Zentrum allen Suchens steht dabei die Suchmaschine Google.

Sie ist weltweit der uneingeschränkte Marktführer mit einem Marktanteil von 89 Prozent. In Deutschland sind die Zahlen noch ein wenig beeindruckender: Mobil laufen 98 Prozent der Suchanfragen über Google, am Desktop sind es „nur“ 86 Prozent. Kein Wunder, das wir seit 2004 das Suchen im Internet auch Duden-offiziell als googeln bezeichnen dürfen. Doch so beliebt Google auch ist, so klar ist auch – mit jeder Suchanfrage geben wir dem Konzern Informationen von uns preis – der Suchverlauf, die Suchbegriffe, die Sprache, der Standort... . (Über den Link https://myactivity.google.com/myactivity können wir schauen, was Google von uns weiß und unsere Privatsphäre direkt auch besser einstellen).

Eine Suchmaschinen-Alternative ohne Datenhunger kommt aus den Niederlanden. Ihr Name: Startpage. Im aktuellen Vergleich der Stiftung Warentest haben die Niederländer jetzt sogar Google geschlagen. Wir haben uns den Google-Bezwinger angeschaut.

Aus zwei mach eins

Der Startschuss für Startpage, wie wir es heute nutzen können, fiel 2006. Da verschmolz die niederländische Firma Surfboard Holding B.V. ihre zwei zuvor eigenständigen Suchmaschinen zu einer. Startpage trägt das Motto – „die diskreteste Suchmaschine der Welt“. Die Zahl der Suchanfragen von Startpage liegt nach eigenen Angaben bei 6 Millionen täglich, aus Deutschland kommen allein rund 2,2 Millionen. Allerdings stammen diese Zahlen von 2016. Finanziert wird die Suchmaschine über Werbung, allerdings kann sie aufgrund ihrer eng ausgelegten Datenschutzbestimmungen keine personalisierte Werbung ausspielen.

Googeln ohne Google

Die Entwicklung einer eigenen Suchmaschinentechnologie ist teuer. Kleinere Anbieter nutzen deswegen die Suchmaschinen-Technologien der Großen wie Google oder Bing (von Microsoft). „Du kannst Google nicht schlagen, wenn es um die Websuche geht. Also bezahlen wir dafür, dass wir die tollen Suchergebnisse nutzen dürfen“, erklärt Startpage offen auf seiner Website. So wird unsere Such-Anfrage bei Startpage erst einmal anonymisiert und dann an Google weitergeleitet. Die Anfrage wird dort verarbeitet und anschließend können wir Googles Antworten auf Startpage sehen. Im Gegensatz zu Google bekommen wir bei Startpage allerdings keine Schlagzeilen zu einem Thema angezeigt und auch die Informationen auf der rechten Seite fehlen.

Anonym suchen

Die Stärke von Startpage ist ihre Anonymität. Die Suchmaschine verzichtet bewusst auf die Speicherung von Nutzerdaten wie zum Beispiel die IP-Adresse. Sie setzt auch keine Cookies ein, um die Nutzer zu identifizieren. „Wir sammeln und speichern keine deiner persönlichen Informationen. Niemals. Es existieren einfach keine Daten über dich auf unseren Servern,“ heißt es dazu bei Startpage. Eine Besonderheit ist zudem die Option der „Anonymen Ansicht“. Wenn wir diesen Button neben den Suchergebnissen anklicken und anschließend auf die entsprechende Seiten surfen, kann diese Drittseite uns auch nicht identifizieren. Wir surfen, ohne Spuren zu hinterlassen. Das kann gerade für zum Beispiel die Buchung von Flügen und Hotels praktisch sein: Die besuchten Plattformen merken nicht, dass wir sie mehrfach anklicken und so kann auch keine dynamische Preisentwicklung einsetzen.

Datenschutz vor technischer Überlegenheit

Im aktuellen Suchmaschinen-Vergleich von Stiftung Warentest kürten die Tester Startpage zum Sieger. Zwar sei Google technisch überlegen – der Suchmaschinenriese aus den USA siegte bei der Qualität der Suchergebnisse wie auch beim Nutzungskomfort am PC -, aber er verzeichnet deutliche Mängel beim Datenschutz und beim Sendeverhalten der App (sowohl Android wie auch iOS). Die Texte seien zu lang, sehr schwammig formuliert und räumten Google zu viele Rechte ein. Startpage hingegen liefert uns etwas schlechtere Suchergebnisse, aber der Datenschutz wäre vorbildlich. Es würden weder Daten gesammelt noch weitergegeben. (Der gesamte Test kann hier kostenpflichtig abgerufen werden).

Übrigens – das Wechseln zu Startpage oder einer anderen Suchmaschine als Standardsuchmaschine des Browsers ist mit wenigen Klicks machbar. Bei Startpage finden wir dazu auch einen entsprechenden Button auf der Website, anschließend poppt der jeweilige Einstellungsweg direkt auf.

 


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