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Daddeln bald olympisch? eSports auf dem Vormarsch

Hand am Playstation-Controler

Die Lanxess-Arena in Köln ist bis auf den letzten Platz besetzt. Es herrscht eine gigantische Stimmung. Der Altersdurchschnitt des Publikums: Gefühlte 20 bis 25 Jahre. Auf der riesigen Bühne sitzen die ebenso jungen Stars - kaum zu sehen hinter ihren Computermonitoren. Was sie aber gerade treiben, ist auf riesigen Bildschirmen über ihnen sowie rechts und links neben der Bühne zu sehen. Willkommen in der Welt des eSports, willkommen in einer der absoluten Trendsportarten weltweit. Im Juli wurde die Weltmeisterschaft im Counter Strike in Köln ausgetragen.

Doch was ist eSports? Eine Erklärung in sieben Punkten.

eSport ist...

...vielfältig:
eSport steht für „elektronischer Sport“ - sprich für den Wettkampf am PC. Gespielt werden auf internationaler Wettkampfebene u.a. Spiele wie „League of Legions“, „DOTA2“, „Counterstrike“ oder „FIFA 17“ – bei der weltgrößten Computerspielemesse der Welt – der Gamescom in Köln – gibt es Ende August die Turnier-Premiere von „PlayerUnknown’s Battleground“.

...trendy:
Weltweit sollen 2,1 Milliarden Menschen Computerspiele spielen. Doch das ist noch lange nicht das „Ende der Fahnenstange“. Deutlich wird das bei den Umsatzzahlen mit Computerspielen. Bis 2020 sollen damit weltweit über 1,1 Milliarden Euro umgesetzt werden - mehr als eine Verdopplung gegenüber 2016 mit 493 Millionen. Ähnlich drastische Zuwächse werden auch für Deutschland erwartet - von derzeit 50 Millionen Euro auf 130 Millionen in drei Jahren (alle Zahlen laut sport1). Parallel dazu wächst auch das Interesse an eSports-Veranstaltungen wie z. B. das Kölner Counterstrike-Turnier – 216 Millionen Menschen verfolgten 2016 solche Events, 2020 erwarten die Experten schon 500 Millionen.

...jung:
Ja und nein - hierzulande spielt fast jeder zweite Deutsche Computerspiele. Das Durchschnittsalter wächst aber seit Jahren kontinuierlich und liegt inzwischen bei 35 Jahren. Grund: Die größte Steigerungsrate gab es 2016 bei den über 50-Jährigen. Sie machen inzwischen mit 8,4 Millionen Menschen ein Viertel aller Spieler aus. Innerhalb von 12 Monaten kamen allein in diesem Alterssegment über 500.000 neue Spieler dazu – der größte Anstieg über alle Altersklassen hinweg.

...Sport?
Offiziell nein – ein von der Piratenfraktion letztes Jahr in Auftrag gegebenes Gutachten kam laut Zeit online zu dem Ergebnis, dass „eSport nicht als Sport im rechtlichen Sinne anzusehen“ sei. Es fehle z. B. die „körperliche Ertüchtigung zum Erhalt der Gesundheit“. Inoffiziell eher ja – Sportprofessor Ingo Froböse betonte in einem Interview besonders „die kognitiven und mentalen Anforderungen wie schnelle Reaktionen, Antizipation und Taktik“, die eSports für ihn zum „richtigen“ Sport mache.

...lukrativ:
Und wie – die Top-eSportler verdienen Millionen. Über 130 Spieler verdienten – Stand Mai 2016 – über 250.000 Dollar nur an Preisgeldern. Die besten vier weltweit kommen sogar auf über zwei Millionen Dollar. Da sind Einnahmen aus Gehältern, der Werbung oder aus dem Merchandising noch nicht einberechnet. Ähnlich atemberaubend sind auch die Preisgelder - ein Beispiel: Das DOTA2-Turnier „The International 2017“ ist insgesamt mit über 23 Millionen Dollar dotiert, dem Siegerteam winken 10 Millionen Dollar.

...Bundesliga:
Schalke gilt als Vorreiter, der VFL Wolfsburg und – ganz frisch – der VFB Stuttgart haben es auch schon gemacht – sie engagieren sich im eSports-Bereich und beschäftigen eigene eSport-Teams. Schalke 04 konnte so auch unlängst zumindest eine deutsche Meisterschaft feiern. Cihan Yasarlar ist seit Mai 2016 einer der Profis im Schalker eSport-Team und gewann im Frühsommer die deutsche Meisterschaft der virtuellen Bundesliga in der Fußballsimulation FIFA 2017. Den entsprechenden Europameistertitel hat er sich auch geholt.

...olympisch?
Das scheint aktuell (noch) unrealistisch. Entscheidend dafür wäre die Anerkennung als Sportart zum Beispiel durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Der führt in seiner Aufnahmeordnung drei Kriterien auf, u.a. müsse die Sportart „eigene, sportartbestimmende motorische Aktivitäten“ haben. Das führt wieder auf den Punkt „Sport“ – siehe oben - zurück. Eine Arbeitsgruppe beim DOSB soll nun aber das weitere Vorgehen beraten. Das Asiatische Olympische Komitee ist da weiter – sie haben eSports für 2022 ins Programm der Asienspiele aufgenommen. Dort beginnt also schon die quasi olympische Daddelei...


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