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Der wöchentliche Blick ins Netz im Netzklick

Football Fernseh-Übertragung

Schwierige Zeiten für den Fußballfan vor dem Fernseher – wenn in dieser Woche die Champions League startet, kann diese nicht mehr nur bei Sky gesehen werden, sondern ein neuer Anbieter zeigt sich erstmals auf der großen Showbühne: DAZN (wird Dazoun ausgesprochen und kommt vom englischen Da Zone, steht - frei übersetzt - für Tunnelblick) heißt der gerade mal zwei Jahre alte Streamingdienst, der sich die Champions League ab sofort mit Sky teilt – wobei teilt?

DAZN überträgt 104 Spiele der kommenden Champions League-Saison live, bei Sky sind 34 live zu sehen. Dabei hatte der noch junge Streamingdienst im Bieterverfahren das ZDF ausgestochen – so ist die Champions League 2018/2019 erstmals nicht im Free-TV zu sehen. So „ganz nebenbei“ hat sich DAZN auch die nahezu kompletten Rechte für die Europa League gesichert. Von den insgesamt 205 werden 190 Spiele bei DAZN zu sehen sein.

Doch die Champions League und die Europa League sollen nur der Auftakt sein ins Fußball-Streaming-Geschäft. Wie die weiteren Pläne aussehen, wo DAZN schon aktiv ist und wer eigentlich hinter dem neuen Streamingdienst steckt – ein Blick auf den noch jungen Herausforderer der klassischen Sport-Sender.

Geld scheint kein Problem zu sein...

Zwei Milliarden Euro alleine für die exklusiven Übertragungsrechte der japanischen J-League, etliche weitere Millionen für die britische Premier League, die italienische Serie A oder die französische Legue 1 – aktuell ist DAZN der aggressivste Mitstreiter und Einkäufer auf dem Sportrechtemarkt. Das Geld kommt aus London.

Dort sitzt die Perform Group – ein weltweit agierendes Sport-Medien-Unternehmen, das neben DAZN auch u.a. die Sportnachrichtenseiten Spox.com und goal.com betreibt. Die Gruppe hält aber auch Anteile an z.B. Spotify und Deezer. Eigner der Perform Group ist der in Russland geborene mehrfache Milliardär Leonard Blavatnik.

Er soll in den USA mit Beteiligungen an Öl- und Aluminium-Firmen ein Vermögen von rund 20 Milliarden angehäuft haben.

Fußball ist nur ein Teil

Der Fußball soll zu einer Zugnummer für den Streamingdienst werden. Dafür wurde in Italien auch Superstar Christiano Ronaldo verpflichtet. Stark engagiert ist der Dienst aber auch im US-Sport mit Rechten für die Übertragung der Basketballliga NBA (250 Spiele) und der Football-Liga NFL (50 Spiele in der Regular Season, 10 Playoff-Spiele und der Super Bowl).

Ein drittes Stadtbein soll der Kampfsport werden. Zudem hat DAZN auch die Rechte für alle wichtigen Hockeyevents in Deutschland erworben und besitzt ein dickes Paket an ATP-Tennis-Rechten. Insgesamt bietet der Streamingdienst schon jetzt nach eigenen Angaben jährlich 8.000 Live-Events.

Sport im Abo wie bei Netflix

DAZN kostet monatlich knapp 10 Euro. Nach der Anmeldung haben wir als Kunden direkt vollen Zugriff auf das gesamte Angebot. Zudem gibt es auch – wie bei den meisten Streaminganbietern – einen kostenlosen Probemonat. Auch nach Ablauf des Probemonats ist der Dienst monatlich kündbar.

DAZN ist über alle gängigen Browser nutzbar, über die verschiedensten Smart-TV‘s, über PC und Notebook sowie über die Sony PlayStaton 3,4 und XboxOne. Auch die gesamte Apple-Palette wird bedient, eine Zusammenarbeit mit Apple TV ist geplant.

DAZN bietet seine Streams nach eigener Aussage in FullHD an. Ob wir dieses Angebot aber umfänglich nutzen können, ist von unserer individuellen Verbindungsgeschwindigkeit abhängig. Der Anbieter selbst empfiehlt eine Internetverbindung mit mindestens 9Mbit pro Sekunden.

Die Pläne

„Ja, absolut – wir sind bereit für die großen Rechte,“ sagte der Deutschland-Chef von DAZN Thomas de Buhr der Deutschen Presse-Agentur. Er meinte damit die Bundesliga-Rechte, allerdings als langfristige Perspektive. Aktuell bietet DAZN 40 Minuten nach dem Abpfiff die Highlights der Bundesliga an. Und de Buhr ergänzte: „Durch unser großes Portfolio an Fußballrechten würde auch eine EM oder WM Sinn machen.“

Bis dahin müssen aber wahrscheinlich erst einmal Millionen von Abonnenten gewonnen werden. Aber sollte es wirklich klappen mit dem Streaming wo und so lange wir wollen, könnte das Angebot vielleicht viele Interessenten finden.

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