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Mehr Überblick über unsere gespeicherten Daten und mehr Rechte für uns Nutzer – die DSGVO

Grafik DSGVO
Foto: pixabay/Skylarvison

„Wir haben unsere Datenschutz-Richtlinien geändert. Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit, die neuen Bedingungen zu prüfen.“ So oder so ähnlich poppt es momentan immer wieder bei uns auf Handy oder PC auf. Der Grund heißt kurz DSGVO oder lang Datenschutz-Grundverordnung. Hinter diesem Namens-Ungeheuer verbirgt sich eine neue Verordnung der Europäischen Union. Sie gilt verpflichtend für Unternehmen, die mit unseren Daten online arbeiten. Ab dem 25. Mai müssen sie diesen Umgang transparenter für uns gestalten und gleichzeitig räumt die DSGVO uns Nutzern viele, neue Rechte ein.

Dabei gilt die Verordnung sowohl für große (auch nicht in Europa ansässige) Unternehmen wie Google, WhatsApp und Co., sie gilt aber auch für kleinere, lokale Betriebe und auch Vereine, in dessen Kundendatei wir gelistet sind. Was dabei kompliziert klingt, ist es auch (besonders für die Firmen und Vereine). Es ist aber auch eine Chance bzw. Anlass, sich mit unserem Datenschutz mal - mehr oder weniger - kurz aber intensiv auseinanderzusetzen.

Wir haben zusammengefasst, was „diese DSGVO“ für uns bedeutet und warum es sich lohnt, die neuen Regeln zu lesen, auch wenn der Moment Zeit sicherlich etwas länger wird.

Datennutzung „schwer gemacht“

Die DSGVO räumt uns Verbrauchern vor allem mehr Rechte ein, wenn es um die Fremdnutzung unserer persönlichen Daten geht. Dabei müssen uns Unternehmen ab Ende Mai nicht nur umfassend informieren, warum sie welche Daten von uns speichern, sie müssen uns auch um Erlaubnis fragen, dieses überhaupt machen zu dürfen. Haben wir die Erlaubnis einmal erteilt, ist diese aber nicht für alle Zeit geltend. Wir können sie jederzeit wieder zurücknehmen. Ebenso einfach sollen wir auch widersprechen können, falls wir unsere gespeicherten Daten löschen lassen bzw. eine Weiterverwendung für z.B. Werbezwecke verhindern wollen. Die Verbraucherzentrale NRW hat einen entsprechenden Widerruf-Musterbrief formuliert.

Wissen, was gespeichert wird

Ein weiterer zentraler Punkt der DSGVO ist die Auskunftspflicht der Unternehmen. Künftig können wir schlicht per Mail oder Brief verlangen, dass wir über alle, von uns gespeicherten Daten informiert werden. Diese Informationen müssen verständlich, vollständig und kostenfrei ausgegeben werden. Zusätzlich müssen uns die Unternehmen nicht nur sagen, was sie von uns gespeichert haben, sondern auch wofür und wie lange. Zum Abruf dieser Daten gibt es von der Verbraucherzentrale NRW auch einen entsprechenden Musterbrief. Sollten die gespeicherten Daten zudem fehlerhaft sein, können wir verlangen, dass diese Fehler umgehend korrigiert werden.

Umzug leicht gemacht

Wenn wir nach dem 25. Mai von einem Anbieter – wie z.B. einem Streamingdienst, einem E-Mail-Provider oder einem sozialen Netzwerk – zu einem anderen wechseln wollen, wird das wohl wesentlich leichter werden. In der DSGVO gibt es dafür extra das neue Recht der Datenübertragbarkeit. Es räumt uns ein, bei entsprechenden Plänen alle unserer Daten vom ursprünglichen Anbieter zu bekommen, um sie unserem neuen Anbieter zu geben. Wir können aber auch verlangen, dass die Datenübertragung direkt erfolgen soll. Wie das in der Praxis funktionieren wird, ist allerdings noch unklar.

Nutzungsregeln über Nutzungsregeln...

Viele Firmen müssen jetzt aufgrund der DSGVO ihre Nutzungsbedingungen ändern und wir müssen den neuen Bestimmungen dann zustimmen. Das bedeutet für uns häufig viel Lesearbeit. Dabei sollten wir an sich aber nicht zwingend die komplett neuen Nutzungsbedingungen vorgelegt bekommen, sondern es reicht auch eine Information über die Änderungen. Doch wie das die einzelnen Unternehmen handhaben, ist ihnen überlassen. Sehr transparent sind z.B. die Erläuterungen von Google. In verständlichen Worten werden wir über die Veränderungen informiert und können dabei auch gleich unsere Datenschutzeinstellungen (noch einmal) überarbeiten.

Umsetzung und Kontrolle

Die DSGVO gilt grundsätzlich schon seit Mai 2016, bis zum 25. Mai 2018 dauert aber die Übergangszeit zur Umsetzung für die Unternehmen. Während die großen Firmen diese Zeit meist genutzt haben, sind viele kleine Firmen noch dabei oder haben das Thema noch gar nicht auf dem Schirm. Nach einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom fängt jedes dritte StartUp erst jetzt an, sich mit der DSVGO zu beschäftigen.

Für die Kontrolle der DSGVO-Umsetzung sind in erster Linie die Datenschutzbehörden der Länder verantwortlich, die Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Sie haben ihr Personal teils auch schon aufgestockt. Denn neben der Kontrolle sind die Behörden auch die erste Anlaufstelle, falls Unternehmen nicht pflichtgemäß auf Anfragen und Wünsche von uns Verbrauchern reagieren. Weitere Infos zur DSGVO gibt es aus der Nutzerperspektive bei der Verbraucherzentrale NRW und aus der Unternehmenssicht beim Branchenverband Bitkom.

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