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Tim Donsbach
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Leere Geldbörse
Netzklick

Vorsicht bei Online-Kreditangeboten - Kreditvermittler im Netz

Leere Geldbörse

Mal eben ein schickes neues Handy, die leider teure aber wichtige Reparatur am Auto oder ein Kurzurlaub – es gibt viele Anlässe, zu denen wir schnell eine kleinere bis mittlere Summe Geld brauchen. Wenn das Geld aber nicht auf dem Konto liegt oder die Bank - aus welchen Gründen auch immer - keinen Kredit gewährt, dann locken Kreditvermittler im Netz und in den sozialen Netzwerken. Ihr Versprechen – das schnelle Geld ohne Schufa-Abfrage, ohne weitergehende Sicherheiten und ohne großen bürokratischen Aufwand. Klingt gut, aber Achtung - wer einem solchen Angebot folgt, tappt schnell in die Falle von unseriösen Kreditvermittlern. Statt des erhofften preiswerten Kredits gibt es dann überhöhte Kosten und Gebühren, die wir nur im Kleingedruckten beim genauen Lesen finden, oder in den schlimmsten Fällen gibt es auch manchmal gar kein Geld. Die Verbraucherzentralen warnen deswegen vor diesen Angeboten und empfehlen genaues Hinschauen. Denn meist lassen sich solche unseriösen Kreditangebote schon anhand einiger weniger Punkte gut identifizieren.

Verdächtige Formulierungen

Schon die Werbung kann den unseriösen Kreditvermittler verraten. Die Marktwächter – das nach eigener Aussage „Frühwarnsystem“ der Verbraucherzentralen, das eng mit den Verbrauchern zusammenarbeitet - listeten unlängst in einer Pressemitteilung Begriffe auf, mit denen unseriöse Kreditvermittler gerne hantieren. So sollten wir vorsichtig werden, wenn die Angebote mit „fair“, „transparent“, „zuteilungssicher“ und „Schufa-frei“ angepriesen werden. Denn häufig trifft auf die so beworbenen Kredite keines der Versprechen zu.

Schufa-frei?

„Einen seriösen Kredit ohne vorherigen Kreditwürdigkeitsüberprüfung werden sie in Deutschland nicht bekommen,“ erklärte Kerstin Schulz von den sächsischen Marktwächtern in der schon oben zitierten Pressemitteilung. Zuständig für diese Kreditwürdigkeitsprüfung ist hierzulande in der Regel die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung kurz Schufa. Sie verfügt über die Daten von rund 68 Millionen Privatpersonen und bekommt nach eigenen Angaben täglich 450.000 Anfragen von z.B. Banken, Telekommunikations-anbietern und anderen Handelsunternehmen zur Bonität eines Kunden. Sie werden auf Basis der Daten beantwortet, die die Schufa von uns speichert wie u.a. Informationen zu unseren Bankkonten, Kreditkarten, Krediten und Leasingverträgen. Kredite ohne Schufa-Prüfung sind aber auch durchaus erhältlich, allerdings entsprechend teurer. Denn das höhere Risiko reichen die kreditgebenden Institute dann z.B. in Form von höheren Zinsen an uns als Kreditnehmer weiter. Der dringende Rat der Experten – bei diesen Schufa-freien Krediten auf jeden Fall mit seriösen Anbietern zusammenarbeiten.

Nachnahme – Nein Danke!

Ein beliebter Trick der unseriösen Kreditvermittler ist der Versand der Antrags-Unterlagen per Post. Für eine von uns beantragte angebliche „Finanzsanierung“ sollen wir dann an der Haustür direkt eine Vermittlergebühr bezahlen. Die häufige Folge – das Geld ist weg und wir haben einen Stapel wertloser Papiere in der Hand. Besonders vorsichtig bzw. aufmerksam sollten wir sowieso bei dem Begriff „Finanzsanierung“ werden. Denn diese Formulierung bezeichnet nicht die erhoffte Gewährung eines Kredits, sondern damit wird meist nur das Versprechen ausgedrückt, unsere Unterlagen zu sortieren und möglicherweise bei Problemen einen Anwalt einzuschalten. Beides können wir auch aber selbst machen ohne kostenpflichtige Unterstützung. Generell warnen die Verbraucherzentralen vor allen Kreditangeboten, bei denen wir im Voraus etwas bezahlen sollen.

Achtung Hausbesuch

Bei „windigen“ Kreditangeboten im Netz wird uns auch gerne ein Hausbesuch angeboten. Der Vertreter kommt dann aber weniger mit dem Ziel der Kreditvergabe zu uns, sondern er versucht uns andere Verträge wie vermögenswirksame Leistungen oder andere Geldanlagen „schmackhaft zu machen“. Die sollen wir abschließen, um so Sicherheiten für die Banken zu schaffen. Die Einschätzung der Experten der Verbraucherzentralen: Solche Aussagen sind kompletter Blödsinn, denn die zusätzlichen Verträge werden gar nicht als Sicherheit akzeptiert, solange auf sie noch keine „nennenswerten Gelder eingezahlt wurden“.

Helfen und Hilfe!

Die Marktwächter der Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor derlei unseriösen Kreditangeboten, aktuell z.B. vor: credifant.com - cards24.credit - meister.cards - verbraucher.cards - kreditanfrage.gratis - volks.cards. Um diese betrügerischen Seiten oder Angebote aber zu finden, bitten sie aber auch ganz ausdrücklich um die Unterstützung von uns als Verbraucher. Unseriöse oder bedenkliche Angebote können wir deswegen einfach online anzeigen, das klappt über dieses Beschwerdeformular. Und sollten wir gar „Opfer“ eines unseriösen Kreditvermittlers geworden sein, helfen die Verbraucherzentralen gerne und unkompliziert – eine Übersicht zu allen Beratungswegen und –orten kann hier angeklickt werden.


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