Warum gibt's grade so viele WhatsApp-Profilbilder mit Weihnachtsmännern?

Es beginnt ganz harmlos mit einer nicht einfachen aber scheinbar lösbaren Aufgabe: „Ein Spielchen für Dich: Du kommst in ein Zimmer. Auf dem Bett liegen zwei Hunde und drei Katzen. Der Weihnachtsmann, ein Esel und fünf Rentiere stehen da auch rum... Drei Tauben und eine kleine Ente fliegen durch die Gegend... so! Wie viele Füße stehen im Zimmer? Wenn du falsch antwortest, musst du drei Tage das Bild vom Weihnachtsmann bei WhatsApp als Profilbild haben. Antwort???!" Diese Aufgabenstellung verbreitet sich gerade per WhatsApp.

Das hochzuladende Weihnachtsmannbild wird gleich mitgeschickt und ist schon vielfach bei WhatsApp zu sehen. Gleichzeitig wird in den sozialen Medien teils engagiert über die Lösung des Rätsels diskutiert. Doch was nach einem netten Vorweihnachtsspaß aussieht, kann erhebliche, möglicherweise rechtliche Folgen haben. Denn die Aufgabe ist ein Kettenbrief mit - wie meist - unbekanntem Hintergrund und Adressat. Wir sagen, welche Gefahren bei diesen meist eher lästigen Internetphänomen lauern, warum Momo viel bedenklicher ist und wie wir Kettenbriefe überhaupt erkennen.

Der Weihnachtsmann ist das Problem

Denn die Rechtesituation des im Kettenbrief mitgeschickten Bildes vom „Dabbing Santa Claus“ ist ungeklärt. Die Rechtsanwälte von Mimikama, einer privaten Online-Initiative gegen Internet-Missbrauch, warnten bei einem ähnlichen Kettenbrief namens „Puschelmonster“: „Bei fremden Werken muss immer von einem urheberrechtlichen Schutz ausgegangen werden. (...) Grundsätzlich dürfen fremde Bilder, Videos oder sonstige geschützte Werke nicht ohne Zustimmung des Rechtinhabers öffentlich zugängig gemacht oder verbreitet werden.“

Häufig werden Kettenbriefe aber gerade mit einem Bild verschickt, um anschließend das Urheberrecht einzuklagen. Ob das auch auf diesen Kettenbrief zutrifft, ist laut der Experten von Mimikama unklar. Sie raten trotzdem – wenn wir bei der Aktion mitmachen wollen. Mitraten, antworten, aber statt des „Dabbing Santa Klaus“ lieber ein Weihnachtsmann-Bild der Bilder-Plattform „Pixabay“ nutzen, die Rechte-freie Fotos anbietet.

Momo – der Horror-Kettenbrief

Während der Weihnachtsmann-Kettenbrief zwar urheberrechtlich gefährlich sein könnte, sind Aufmachung und Geschichte doch vergleichsweise harmlos. Ein ganz anderes Kaliber ist der „Momo-Kettenbrief“. Er taucht seit diesem Sommer immer wieder an verschiedenen Stellen in Deutschland punktuell auf – aktuell in Berlin und wird häufig an Kinder verschickt.

Das Profilbild ist ein grässliche Fratze mit weit aufgerissenen Augen und diabolischem Grinsen, dazu heißt es im Text: "Hallo, ich bin Momo und bin vor drei Jahren verstorben. Ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest, dass ich heute Abend um 0 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim Schlafen zuschaue, dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter.“

Die Absicht des Kettenbriefs ist nach wie vor unbekannt, er hat aber gerade schon Kinder vielfach verunsichert bzw. verängstigt. Die Experten von Mimikama empfehlen, mit den Kindern zu sprechen und die Nachricht natürlich nicht weiterzuleiten sondern direkt zu löschen. Wie Eltern am Besten mit Kettenbriefen umgehen, die Ihre Kinder erreicht haben, wird auf dieser Seite von klicksafe.de erläutert.

Einfach mal löschen

Kettenbriefe wurden früher per Post oder danach als Mails verschickt. Inzwischen erleben sie durch soziale Netzwerke wie Facebook oder durch Messenger wie WhatsApp eine Renaissance. Erkennbar sind sie häufig durch die Aufforderung „Bitte an X Leute weiterleiten“. Meist wollen sie nur Angst machen – wie bei Momo – oder Unsicherheiten schüren wie vielfach bei Facebook.

Mimikama.at hat eine Galerie bislang bekannter und immer wieder aufpoppender Facebook-Kettenbriefe veröffentlicht. Vielfach werden sie gar nicht als Kettenbriefe erkannt und bedenkenlos geteilt. Wenn wir sie erkennen, gibt es nur einen Rat - direkt löschen und keinesfalls auf Links in den Kettenbriefen klicken. Sie könnten Viren auf unsere PCs schleusen.

Verlockung Geld

Die Maßgabe „auf keinen Fall reagieren“ gilt auch für Kettenbriefe, die nach dem Pyramidenprinzip funktionieren. Dabei soll jeder Empfänger Geld an die erste Adresse einer Kette von Namen bzw. Adressen schicken und die Mail weiterleiten. Auf diese Weise – so das Versprechen - kämen wir irgendwann selbst an die erste Stelle und würden kassieren. Das klingt verlockend, klappt aber nicht und ist verboten. „Profitorientiertes Schneeballsystem“ heißt diese Kettenbriefvariante bei Juristen. Die Polizei warnt regelmäßig vor solchen Briefen und empfiehlt, auf keinen Fall Geld zu überweisen, sondern auch in diesem Fall einfach die Nachricht zu löschen.


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